Pfarrkirche St. Michael Weingarten

Unsere St. Michaels-Kirche wurde Anfang der 50er Jahre gebaut und erhielt um die Jahrtausendwende eine Neu-gestaltung des Innenraums.

Der Raum wandelte sich aus seiner Nachkriegsschlichtheit heraus in ein zeitgemäßes und in sich stimmiges Gotteshaus, in dem man gerne auch zum Beten verweilen möchte.

Betritt man die Kirche durch das Hauptportal, findet sich rechts vom Eingang ein Memoarium. Dies ist u.a. gestaltet mit zwei Figuren der alten Kirche und dem Totenbuch der Kirchen-gemeinde.

Die künstlerische Federführung der Neugestaltung lag in den Händen des Eichstätter Künstlers Rupert Fieger, der auch die Steinmetzarbeiten selbst aus-führte. 

KREUZWEG

An der linken Seitenwand wurden die alten Kreuzwegstationen, welche 1958 der Münchner Kunstmaler Benedikt Gröner malte, wieder aufgehängt und durch eine 15. Station, der Auferstehung (Rupert Fieger), ergänzt.

VORGÄNGERBAU

Der Vorgängerbau entstammte aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und war innen reich mit Stilelementen aus dem Barock und Rokoko ausgestattet. Leider wurde diese Kirche in den letzten Kriegstagen zerstört. Einige Steine und das Portal konnten für den Kirchenneubau verwendet werden. Wir dürfen davon ausgehen, dass beim Bau dieser Vorgängerkirche Steine vom damals bereits verfallenen Weingartener Schloss verwendet wurden.

Da die Sakristei der alten Kirche nicht beschädigt wurde, haben sich wenige liturgische Gegenstände und eine Reihe von Messgewändern aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Von der einst reichen Rokoko-Ausstattung dieser Kirche konnten nur zwei Assistenzfiguren des Seitenaltares und vier Kerzen-Leuchter gerettet werden. Auch der wertvolle gotische Taufstein ging verloren.

UNSER KIRCHENPATRON

Erzengel Michael

Gedenktag 29. September
In den Darstellungen der Offenbarung des Johannes erfüllt Michael eine besondere Aufgabe beim jüngsten Gericht: seine Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die Frau mit dem Kinde und tötet im endzeitlichen Kampf – gerüstet und mit großen Flügeln – den Drachen zu seinen Füßen (Off 12, 4-7). Michael wird auch als der Engel identifiziert, der den Drachen in den Abgrund stürzt (Off 20, 2-3). Der Drache ist ein Symbol der gottfeindlichen Mächte. Michael ist also der Engel, der gegen alles kämpft, was Gott seinen Rang streitig macht.

WISSENSWERTES

Es sind nicht nur die Steine, mit denen die Kirche gebaut wurde, die eine lange Geschichte erzählen, sondern auch das gesamte Gelände mit den beiden weiteren Gebäuden, dem katholischen Pfarrheim und dem „Schwesternhaus“. Vor seiner jetzigen Verwendung für die Proben des Musikvereins im Obergeschoß, Wohnung und Bücherei im Erdgeschoß, war im Haus die Wohnung der Ordenschwestern und die Krankenstation eingerichtet. Außerdem gab es eine Nähschule.

Zuvor jedoch gehörte das Gebäude zum Areal der Brauerei Starck, im Haus befand sich der Ausschankraum. Während der Brauereibetrieb bereits in der Zeit des Ersten Weltkriegs eingestellt wurde, lief der Ausschankbetrieb noch weiter. Der hintere Teil des Geländes und jetzige Pfarrgarten war damals der Biergarten. Das Gebäude mit dem gesamten Gelände fiel im Jahr 1930 dank einer testamentarischen Stiftung an die katholische Kirchengemeinde. Das katholische Pfarrheim wiederum, ein unscheinbarer Bau aus der Mitte der 70er Jahre, steht am Standort des ehemaligen Brauhauses und über dem Eingang zum Bier- und Eiskeller, der mehrere Stockwerke in die Tiefe und bis unter die Kirche reicht. Früher wurde dort das ganze Jahr über das zur Kühlung notwendige Eis gelagert. Während des 2. Weltkriegs boten die Gewölbe zahlreichen Menschen sicheren Schutz.

Stichwort-Infos:

Adresse: Neugasse 3, 67366 Weingarten

Die Kirche St. Michael gehört zur Pfarrei Heilige Hildegard von Bingen Bellheim.
Kontakt: pfarramt.bellheim@bistum-speyer
Das Gotteshaus verfügt über 210 Sitzplätze im Kirchenschiff und 30 Sitzplätze auf der Empore.
Im Jahre 1980 wurde eine neue Orgel durch die Fa. Gerhard Kuhn aus Esthal/Pfalz gebaut, die im letzten Jahr umfassend renoviert wurde. Das Geläute umfasst 3 Glocken.

Gottesdienste werden 14-tägig mittwochs und 14-tägig samstags, jeweils um 18.30 Uhr gefeiert.
Die Kirche ist tagsüber zum persönlichen Gebet geöffnet.

Sakristanin
Weis Cornelia,  E-Mail: conny.weis@t-online.de

Fotos: Dr. Anke Sommer, Wörth; Fotoatelier Krauß, Landau