Pfarrei Bellheim

Impuls zu Weihnachten

Wenn der Dezember kommt und die Tage immer kürzer werden, wenn sich gelegentlich der Frost an Fenstern bemerkbar macht – dann spüren wir, dass das Jahr sich neigt. Wir halten inne – und vielleicht merken wir, wie sehr wir uns nach Licht sehnen. Nach einem Licht, das mehr ist als die manchmal im Übermaß vorhandene festliche Beleuchtung oder auch als der Kerzenschein.  Ein Licht, das Hoffnung weckt und Frieden schenkt.

In der Heiligen Nacht erfüllt sich diese Sehnsucht: Gott wird Mensch. Nicht in Macht und Glanz, sondern in einem Stall, zwischen Hirten, Ochs und Esel – auf ganz einfache Weise. Das göttliche Licht kommt nicht von oben herab – es kommt von innen heraus, wächst im Verborgenen, in der Liebe, im Vertrauen, im stillen Glauben. Diese Botschaft ist nicht alt, sie wird jedes Jahr auf ewig neu.

Sie sagt uns: Du bist nicht allein. Gott kennt dein Dunkel, deine Fragen, deine Sorgen – und er bleibt bei dir, im Alltag, im Lärm, in der Stille, in Freud und Leid. Wir sehnen uns so sehr nach Frieden, und doch scheint er oft zu fehlen und die Menschheit sich mehr und mehr von ihm zu entfernen: Die Nachrichten erzählen von Krieg, Gewalt und Leid, von Angst und Flucht. Aber Weihnachten lehrt uns: Frieden beginnt nicht in den Schlagzeilen, sondern im Herzen eines jeden einzelnen Menschen.

Wenn wir uns alle zunächst ein mal selbst von Jesus Christus berühren lassen, wenn wir lernen, wieder hinzusehen, zuzu hören, mitzufühlen – dann geschieht etwas. Dann wird das Kind in der Krippe lebendig in uns. Dann wächst aus einem kleinen Funken Glaube ein großes Feuer der Hoffnung.

Vielleicht ist es genau das, was unsere Welt heute braucht: Menschen, die das Licht Gottes weitertragen – im Kleinen, im Alltäglichen, ohne das heute oft angestrebte Aufsehen, aber dafür mit herzlicher Liebe.

Liebe Ehrenamtliche, Engagierte, Mitwirkende, als Pfarrei Heilige Hildegard von Bingen Bellheim blicken wir dankbar zurück auf ein Jahr voller Leben, Begegnung und Glauben. So vieles geschieht, das man nicht auf den ersten Blick sieht: Ein stilles Gebet, ein Besuch bei einem einsamen Menschen, eine Stunde Vorbereitung im Hintergrund, ein Lächeln im Vorüber gehen, ein Lied, ein gebackener Kuchen, ein offenes Ohr. All das ist gelebte Kirche – nicht als Gebäude, sondern als Gemeinschaft, die trägt. Ihr seid das lebendige Licht, das diese Pfarrei hell macht. Euer Engagement – ob sichtbar auf der Bühne oder leise im Verborgenen – ist Ausdruck echter Nachfolge Christi. Dafür sagen wir vom Seelsorgeteam ein herzliches Danke schön!

Bald machen sich wieder viele Kinder und Jugendliche auf den Weg: Als Sternsinger ziehen sie durch unsere Straßen, bringen den Segen „Christus segne dieses Haus“ und sammeln Spenden für Kinder in Not. Sie erinnern uns daran, dass der Stern von Bethlehem nicht stehen bleibt – er bewegt sich, er führt weiter. Und auch wir dürfen uns bewegen lassen: Von der Botschaft, dass jeder Mensch Würde hat, dass jedes Leben zählt, dass jedes Kind Zu kunft verdient.

An jeder Station der Sternsinger und in jedem gesegneten Zeichen spüren wir: Das Licht Christi will hinaus in die Welt – zu den Menschen, die es am meisten brauchen. Wenn wir am Ende des Jahres zurückschauen, sehen wir nicht nur, was war, sondern auch, was bleiben darf: Dankbarkeit für vieles Gute und Schöne, das war. Gemeinschaft, die erlebbar war. Glaube, der miteinander gefeiert wurde. Und wenn wir nach vorne blicken, dann dürfen wir uns getragen wissen von der Zusage Got tes: „Ich bin bei euch alle Tage – bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28,20)

Möge das neue Jahr 2026 für uns alle ein Jahr des Friedens werden – in unseren Familien, in unserer Pfarrei, in unserer Welt. Ein Jahr, in dem wir Licht sehen, wo andere Dunkelheit vermuten. Ein Jahr, in dem wir Brücken bauen, wo Gräben sind. Ein Jahr, in dem wir einander segnen – im Namen des Kindes, das uns zum Frieden aufruft.

Frohe und gesegnete Weihnachten und ein gutes, hoffnungsreiches Jahr 2026 mit möglichst viel Gesundheit!

Das wünscht Euch und Ihnen im Namen des Seelsorgeteams

Markus Müller,
Gemeindereferent