Sakrament der Taufe

Gott sagt JA zu Dir

Die Taufe eröffnet die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft mit Christus und bringt das uneingeschränkte Ja Gottes zu uns Menschen zum Ausdruck. Sie ist ein „Sakrament“, d.h.: Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen. In der Taufe wird zeichenhaft zum Ausdruck gebracht, was eigentlich geistlich geschieht:  Beginn eines neuen,  geisterfüllten, christlichen Lebens. Ohne Taufe kann kein weiteres Sakrament empfangen werden.

Das Wort „Taufe“ kommt von „Tauchen“. In der frühen Kirche wurde die Taufe durch Untertauchen gespendet, um vollständige Reinigung und Neubeginn zu symbolisieren. Wie Jesus gestorben und Auferstanden ist, so wird der Mensch in der Taufe zu neuem Leben erweckt, und von der tödlichen Verstrickung an das Böse befreit.

Die Taufe ist die feierliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen, der Kirche. Sie verbindet den Menschen nicht nur mit Christus, sondern auch mit allen Menschen, die an ihn glauben. Wie der einzelne Mensch der Gemeinschaft bedarf, so ist auch der einzelne Christ auf die Gemeinschaft der Gläubigen angewiesen.

Durch die Taufe wissen wir uns auch mit der Gemeinschaft der Heiligen verbunden, die Vorbilder für uns im Leben sein können. Ein katholischer Brauch, der daran erinnert, ist die Feier des Namenstages, am Gedenktag des jeweiligen Namenspatrons. Ebenso sinnvoll ist es seinen Tauftag jedes Jahr so zu feiern wie seinen Geburtstag.

Taufanmeldung/Kontakt:
Pfarramt Hl. Hildegard v. Bingen
Hintere Str. 1, 76756 Bellheim,
Tel.: 07272/ 973050, E-Mail: pfarramt.bellheim@bistum-speyer.de

Für die Praxis:
Zum vereinbarten Anmeldetermin bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit:

  • Geburtsurkunde (für kirchliche Zwecke) des Kindes und das Stammbuch
  • Name und Adresse der Patin oder des Paten.

Taufpaten:
Zum Patenamt geeignet (nach dem kirchlichen Recht) und bereit diesen Dienst zu übernehmen ist, wer

  • katholisch und 
  • nicht aus der Kirche ausgetreten ist
  • selbst gefirmt ist
  • nicht Vater und Mutter des Täuflings ist

Wenn der oder die Patin außerhalb unserer Pfarrei wohnen, brauchen Sie einen Patenschein in dem vermerkt ist, dass die gewählten Patinnen und Paten selbst getauft und gefirmt sind. Ein solcher Patenschein kann kostenfrei über die Pfarrei bezogen werden, in der die Patin/der Pate selbst getauft wurde oder derzeit seinen ersten Wohnsitz hat.
Zusätzlich zur Patin oder Paten ist es möglich eine weitere Person als Taufzeuge zu benennen, die auch einer anderen christlichen Konfession angehören kann.

Bilder: Buch der Täuflinge, Ottersheim

Wenn Sie sich als Jugendlicher oder Erwachsener taufen lassen möchten, erfolgt die Anmeldung und Vorbereitung in individueller Absprache zwischen Ihnen und dem jeweiligen Seelsorger unserer Pfarrei.
Kontakt: Pfarrbüro.
Der eigentlichen Taufe voraus geht nach der Taufanmeldung im Pfarrbüro immer ein Taufgespräch mit dem jeweiligen Taufspender.

Fragen und Antworten rund um die Taufe

Vor der Taufe stellen sich viele Fragen, auf die wir im Folgenden Antwort geben möchten:

Können wir unser Kind auch in einer anderen Pfarrei taufen lassen?

Ja, das ist möglich. Aber Sie sollten bedenken, dass Taufe immer auch Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche bedeutet. Und das ist zunächst die Gemeinde an Ihrem Wohnort.

Darf nur ein Priester taufen?

Nein, auch ein Diakon darf Ihr Kind taufen.

Können wir unser Kind auch in unserem Haus taufen lassen?

Alle Sakramente sind Gemeindefeiern und zeigen, dass Christ-sein und Christ-werden keine Privatangelegenheit ist und der Glaube am besten in Gemeinschaft gelebt werden kann. Deshalb wird nicht in Privathäusern, sondern immer in der Kirche getauft. Eine Ausnahme bildet die Taufe im Krankenhaus – wenn für das Kind unmittelbar Lebensgefahr besteht (Nottaufe).

Wir sind nicht kirchlich verheiratet. Können wir unser Kind trotzdem taufen lassen?

Ja, natürlich. Denn jedes Kind hat ein Recht auf die Taufe. Nicht wenige Paare entscheiden sich nach dem Gespräch mit dem Pfarrer aber für eine kirchliche Trauung in Verbindung mit der Taufe ihres Kindes. Diese Kombination: Trauung und Taufe ist möglich.

Wie viele Patinnen/Paten brauchen wir? Und dürfen sie auch evangelisch sein?

Vor der Taufe fragen Eltern sich, wer die Patenschaft für ihr Kind übernehmen könnte. Die meisten Eltern wählen zwei Paten für ihr Kind aus. PatInnen müssen katholisch (getauft und gefirmt) sein. Ein evangelischer Mitchrist kann als Taufzeuge gelten und ins Familienstammbuch eingetragen werden. 

Es ist gut, einem Kind Paten an die Seite zu stellen, denn es braucht neben den Eltern noch Menschen, die es auf seinem Lebens- und Glaubensweg begleiten. Paten können später für Jugendliche in der Pubertät wichtige Bezugspersonen werden. Denn sie schauen oft mit mehr Abstand auf die Probleme zwischen Eltern und Kind. Dazu gehört ein regelmäßiger Kontakt zum „Patenkind“. Sinnvoll ist es, sich vor einer Zusage zur Patenschaft mit den Eltern über deren Erwartungen auszutauschen und selbst zu reflektieren: Kann ich dem Kind wirklich ein zuverlässiger Begleiter sein? Wie steht es um meinen eigenen Glauben?

Wichtig ist auch die Frage des Verhältnisses zur Familie des zukünftigen Patenkindes. Ist die Beziehung krisenerprobt? Oder besteht die Gefahr, dass nach einer Auseinandersetzung Funkstille herrscht? Dies alles sollte im Vorfeld offen angesprochen werden. Wichtig ist nämlich zu wissen: Die Patin oder der Pate können nicht abgesetzt werden, etwa nach einem Streit mit den Eltern. Der Pfarrer kann die Paten nicht aus dem Taufregister streichen. Denn er hat mit seiner Unterschrift die Taufe bekundet. Paten sollten deshalb sorgfältig ausgesucht werden.

Kann auch der zehnjährige Bruder des Kindes Taufpate werden?

Nein, die Patin oder der Pate müssen das 16. Lebensjahr vollendet haben, selbst gefirmt und Mitglied der katholischen Kirche sein.

Können wir für unser Kind einen Taufspruch auswählen?

Diesen schönen Brauch der evangelischen Kirche haben mittlerweile immer mehr katholische Eltern übernommen. Gerne tragen wir den ausgewählten Taufspruch in die Taufurkunde ein. Der ausgewählte Taufspruch sollte ein Text oder Vers aus der Bibel sein. Dieser Ordner enthält eine Auswahl geeigneter Bibelverse.

Können wir die Tauffeier mitgestalten?

Ja, das ist sogar unser Wunsch. Sie könnten z.B. Ihre eigenen Taufkerzen und/oder die der Geschwisterkinder zur Tauffeier mitbringen, die Fürbitten oder Gebete sprechen. Gerne können Sie sich auch bei der Auswahl der Lieder einbringen oder selbst Musik machen. Das Treffen, mit dem die Taufe spendenden Priester, bietet genügend Raum und Zeit, um über diese Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.

Braucht unser Kind ein eigenes Taufkleid?

Das Taufkleid ist ein wichtiges Symbol. In manchen Familien ist es Tradition, das Taufkleid von Generation zu Generation weiter zu vererben. Wenn Sie kein eigenes Taufkleid haben, dann stellen wir Ihnen für die Tauffeier Ihres Kindes gerne ein weißes Kleid der Pfarrei zur Verfügung.

Was ist, wenn das Kind in der Kirche schreit?

Das ist kein Problem. Die Taufspender können damit gut umgehen und warten geduldig, bis sich das Kind wieder beruhigt hat. Am besten sorgen Sie dafür, dass Sie den Weg zur Kirche nicht abgehetzt antreten. Denn Unruhe überträgt sich immer auch auf das Kind. Vor allem sollten Sie es vor Beginn der Feier noch mal füttern und wickeln. Vergessen Sie nicht, ein Getränk, den Schnuller und das Kuscheltier einzustecken.

Muss mein Kind einen Namenspatron haben?

Nein, aber es wäre sehr schön, denn der Namenstag hat im Jahreskreis eine ganz besondere Bedeutung. In der Taufe hat Gott Ihr Kind bei seinem Namen gerufen und sich ihm persönlich zugewendet. Ein guter Anlass, sich näher mit seinem Namen zu beschäftigen. Vielleicht hängen Sie ein Bild mit dem Namenspatron im Kinderzimmer auf und sammeln Geschichten über die Heilige oder den Heiligen. Manche Namen haben auch moderne Kurzformen. Soll es kein Name christlichen Ursprungs sein, wäre es schön, dem Kind einen zweiten Namen zu geben, der auf eine Heilige oder einen Heiligen verweist.

Katholisch für Anfänger

Foto: Pixabay