Kirche St. Georg Knittelsheim

Der älteste schriftliche Nachweis einer Kirche in Knittelsheim stammt aus dem Jahr 1468. Mit Unterbrechungen war sie von 1556 bis etwa 1680 den Protestanten vorbehalten. Im Jahr 1705 fiel es gemäß der Kurpfälzischen Religionsdeklaration endgültig an die Katholiken. Die katholische Kirche wurde 1832 „wegen Alters und Raummangels“ bis auf den Turm abgerissen. Der Baumeister August von Voit war für den heutigen Bau im neoromanischen Stil (1833–1836 errichtet) mit einer Gesamtlänge von 22.50 m und Höhe des Schiffes 12.20 m, verantwortlich.  Zwei runde Gewölbeschlusssteine aus der alten gotischen Kirche sind in der Wand des heutigen Kirchenraums eingesetzt. Aus der alten Kirche wurden ebenso barocke Skulpturen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts übernommen.

Die Orgel auf der Empore wurde 1840 von der Werkstatt Voit aus Durlach gefertigt. In Turm hängen vier  Glocken. Die kleinste und älteste (derzeit still gelegt) ist aus Bronze aus dem Jahr 1921, die anderen aus Klangguss (Eisen) aus dem Jahr 1948. Die Turmuhr wurde 1924 vom Gemeinderat angeschafft, die 1975 durch eine modere Uhr ersetzt wurde. Das Zifferblatt wurde im Frühjahr 2020 renoviert.

Bei der Kirchenrenovierung 2002 bis 2004 wurde durch den niederbayrischer Künstler, Leopold Hafner aus Aicha vom Wald, der Chorraum neu gestattet.

Schmuckvoll ist auch der Sandsteinbogen mit beidseitigen Kapitellen auf halber Höhe, der den Chor nach außen optisch begrenzt.

UNSER KIRCHENPATRON

Hl. Georg, Märyrer, Nothelfer

* um 280 in Kappadokien, Türkei
† 305 (?) in Lydda / Diospolis, heute Lod in Israel

Gedenktag 23. April

Zahlreiche Legenden ranken sich um Georg; er ist einer der beliebtesten Heiligen in der gesamten christlichen Welt, wird aber auch von Muslimen in der Türkei verehrt. Aufgrund der sehr früh bezeugten Verehrung und Weihe von Kirchen schon im 4. Jahrhundert gibt es wohl keinen Grund, an der historischen Existenz zu zweifeln, obwohl es weder gesicherte Überlieferungen über sein Wirken noch über sein Martyrium gibt.

Besondere Berühmtheit erlangte die Legende vom Kampf Georgs mit einem Drachen, der in einem See hauste und die angrenzende Stadt mit seinem Gifthauch verpestete. Die Einwohner mussten ihm täglich Lämmer opfern, um seinen Grimm zu stillen. Als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. Eines Tages traf das Los die Königstochter – die als Verkörperung der Kirche gelten kann -, die nach herzzerreißendem Abschied von den Eltern an den See vor der Stadt ging. Da erschien Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt worden war und von den Cherubim mit Michael wieder zum Leben und zu herrlicher Schönheit gebracht worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das tot zu Boden stürzte (Ökumenisches Heiligenlexikon).

Stichwort-Infos

Kirche St. Georg Knittelsheim, Ludwigstrasse 13

Sakristan: Herbert Metz
Organist: Matthias Arnold

Gottesdienste am Wochenende im Wechsel mit Ottersheim; Sonntag 10 Uhr; Donnerstag 18:30 Uhr

Die Kirche ist täglich geöffnet

Fotos: Dr. Anke Sommer, Wörth; Fotoatelier Krauß, Landau