Pfarrei Bellheim

Ich bin die Auferstehung und das Leben

Liebe Leserinnen und Leser, 

es wäre wohl der Durchbruch und die Sensation schlechthin, wenn es einem Forscher endlich gelingen würde, ein Medikament gegen das Sterben und den Tod zu finden. Längst hat man aber auch erkannt, dass das beste Medikament allein noch keine Heilung bringt. Das persönliche Vertrauen zum Arzt und nicht zuletzt zum Pflegepersonal gehören auch dazu, eben das Gefühl, getragen und angenommen zu sein, um baldige Genesung, sprich Heilung, zu erreichen.

Wir feiern Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu. Er hat den Tod ein für alle Mal besiegt. Er ist auferstanden! Ihr seid mit Christus auferweckt, ruft uns der Apostel Paulus in der Osternacht, in seinem Brief an die frühchristliche Gemeinde in Rom, zu (vgl. Röm 6, 1-14). Unsere Taufe auf die Auferstehung Jesu, ist eigentlich ein Heilmittel gegen alles Leid und den Tod der Welt.

Aber wie gesagt, das Heilmittel allein reicht nicht, es gehört auch das Vertrauen in Jesus, dem Auferstandenen, dem Arzt und Heiland des Lebens dazu. Mein Vertrauen in ihn, sprich mein Glaube, gehört wesentlich dazu, eben das innere Gefühl von ihm getragen und angenommen zu sein, damit das Medikament der Auferstehung von den Toten auch seine Wirkkraft entfalten kann. Allein das theoretische Wissen von und über die Auferstehung Jesu von den Toten verändert nichts in meinem Leben. Man kann es glauben oder nicht.

In einem der Osterevangelien (vgl. Joh. 20,8), heißt es von einem Auferstehungszeugen: Er sah und glaubte! Er sah das leere Grab und das schließlich veränderte sein Denken und ermutigte ihn zum Glauben und zum Zeugnis geben.

Ähnlich war es wohl auch bei den Jüngern von Emmaus, die, obwohl sie längere Zeit mit Jesus auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus gingen und mit ihm auf dem Weg sprachen, erst zum Glauben kamen, als sie sahen, wie er das Brot gebrochen hat und es mit ihnen teilte. Dann erst gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn….

Besonders an Ostern, aber auch in jeder Eucharistiefeier sollten uns die Augen aufgehen, mehr aber noch unsere Herzen. Jesus selbst gibt sich uns hier immer noch als Heilmittel. Er ist es, der das Brot, sein Brot des Lebens, mit uns teilt. Und in der Begegnung mit ihm, können wir neu Vertrauen schöpfen. Die Feier der Eucharistie ist nach wie vor das Hoffnungszeichen gegen alle Bedrohungen des Lebens und gegen alle Ängste. Jürgen Moltmann, ein evangelischer Theologe, sagte einmal: „Ostern kann nicht nur heißen: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Das klingt nach Vertröstung. Ostern muss heißen: Das Leben verwandelt sich im Hier und Jetzt!“

Lassen wir uns mit hinein nehmen in die österliche Verwandlung und vertrauen unser Leben und Sterben dem Auferstandenen Herrn an. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, im Namen des Pastoralteams und des Sekretariates im Pfarrbüro, Frohe Ostern!

Ihr Th. Buchert, Pfr.

Bild: Sylvio Krüger in: Pfarrbriefservice.de